Handy-Lexikon: Eine kleine Fremdwörterkunde

A

Akku
Ein Akkumulator (kurz: Akku) ist eine wiederaufladbare Gleichspannungs-Energiequelle, über die Ihr Handy sein „Strom“ bezieht. Dieser „Strom“ wird aus einer elektrochemischen Reaktion gewonnen.Bei Akkus gibt es die verschiedensten Typen im Mobilfunkbereich werden häufig diese Typen eingesetzt: NiCd-Akku, der NiMH-Akku und der Lithium-Ionen-Akku (können ohne den sogenannten „Memory Effekt“ fast unendlich wieder aufgeladen werden) mit den unterschiedlichsten Energieleistungen und Ladenzeiten.

Anklopfen
Beim Anklopfen werden Sie während des laufenden Gespräches durch ein Signal (akustisch und im Handydisplay) über einen zusätzlichen Anruf auf Ihrer Leitung(Handy Rufnummer) informiert. Dann können Sie den momentanen Gesprächspartner kurz warten lassen oder die Verbindung beenden um das andere Gespräch autom. anzunehmen.Bei einigen Netzbetreibern muss Anlopfen eventuell erst feigeschaltet werden. Vielleicht kennen Sie dieses Verfahren auch schon von einer ISDN-Telefonanlage.

E

EMS
Enhanced Message Service (Erweiterter Nachrichtenservice) oder EMS ist ein Dienst für die Kommunikation zwischen Mobiltelefonen und nutzt die normale Infrastruktur der SMS, ist aber zusätzlich noch in der Lage, Logos, Bilder und Klingeltöne mitsenden zu können.
Eine EMS ist dabei im Gegensatz zur SMS nicht auf die Länge von 160 Zeichen begrenzt, kostet dann aber pro angefangene weitere 160 Zeichen eine SMS extra. Viele Telefone unterstützen EMS, aber durch die Einführung der MMS verliert der Dienst zunehmend an Bedeutung, da mit MMS weit mehr Möglichkeiten der mobilen Übertragung von Bild und Ton gegeben sind.

I

IMEI
IMEI ist die Abkürzung für International Mobile Equipment Identity. Im GSM Standard ist es eine 15 stellige Seriennummer, anhand der man ein Gerät identifizieren kann, wenn es sich in ein Mobilfunknetz einbucht. Zusätzlich wurde im Standard definiert, dass die IMEI über die Tastenkombination *#06# abgefragt werden kann. Es wird empfohlen diese Nummer gut aufbewahren. Falls das Mobiltelefon gestohlen wird, kann man es mit der IMEI beim Netztbetreiber sperren lassen. Zudem werden die IMEI Nummer der gestohlenden Mobiltelefone in einer „schwarzen Liste“ aufgeführt. Damit wäre es theoretisch auch nicht mehr möglich, es mit einer anderen SIM Karte zu betreiben. Dafür müsste aber auch sichergestellt sein, dass es nicht möglich ist die IMEI zu verändern, und das ist nicht der Fall.

IMSI
IMSI steht für International Mobile Subscriber Identity. Im GSM und UMTS Netz ist es eine 15 stellige Seriennummer die zur eindeutigen Identifizierung der SIM Karte benutzt wird. Die IMSI Nummer wird weltweit nur einmalig vergeben und ist im normalfall für den Benutzer nicht sichtbar. (siehe IMSI-Catcher zum Auslesen der IMSI)

M

MMS
Multimedia Message Service ist eine Art erweiterte SMS. Die MMS bietet die Möglichkeit neben Text auch Ton(Audio) und Bild(Video) zu übertragen. Mit einer MMS können Sie weit mehr als die üblichen Kurznachrichten senden. Aallerdings müssen Sie auch mit höheren Gebühren rechnen. So um die 0.39€ – 1.99€ – oder mehr sind bei sehr grossen Nachrichten mit Bild und Ton üblich.

P

PIN
Die PIN ist eine veränderbare, persönliche Identifikationsnummer. Diese Geheimzahl wird direkt auf der SIM-Karte gespeichert und sie wird benötigt, um sich der SIM-Karte gegenüber als rechtmäßiger Benutzer zu authentifizieren. Die meisten Geräte unterstützen das Abschalten der PIN Abfrage, was jedoch nicht zu empfehlen ist.

PUK
Die Personal Unblocking Key Nummer (PUK) (umgangssprachlich auch Super-PIN oder Master-PIN genannt) dient zum Entsperren, z.B. einer SIM-Karte, falls z.B. der PIN-Code mehrfach falsch eingegeben wurde. Die Nummer ist nicht vom Mobiltelefon abhängig, sondern von der SIM-Karte und ist auch nachträglich beim Hersteller schwer ermittelbar.

S

SMS
SMS ist das Kürzel für Short Message Service. Es ist ein Telekommunikationsdienst zur Übermittlung von Textkurznachrichten. Fälschlicherweise wird diese Textkurznachricht auch als SMS bezeichnet. Umgangssprachlich meint SMS also den zu sendenen Text selbst und nicht den Service. Eine SMS ist auf die maximale Länge von 160 Zeichen begrenzt (zur Verknüpfung siehe EMS). Der Versand der SMS erfolgt grundsätzlich vom Mobiltelefon an die Kurzmitteilungszentrale des Netzbetreibers. Eine SMS wird also nicht von einem Mobiltelefon direkt zu einem anderen gesendet.

T

T9
Nicht unerheblich für die weitere Verbreitung von SMS war die Erfindung des Text on 9 keys (T9) mit welcher die Texteingabe über die typischen wenigen Handytasten deutlich komfortabler wurde, weil das Mehrfachtippen für den richtigen Buchstaben im Regelfall entfallen kann. T9 basiert auf einer intelligenten Texterkennung anhand eines im Mobiltelefon gespeicherten Wörterbuches.

Allgemeine (Ober-)Begriffe

C

Cell Broadcast
Cell Broadcast sind Kurznachrichten mit bis zu 93 Zeichen welche vom Netzanbieter zu bestimmten Themen verschickt werden. Man kann sich mit dem Handy Informationen, Sportergebnisse und Nachrichten direkt auf sein Display bestellen.

G

GPS
GPS ist das Kürzel für Global Positioning System. Es ist ein satellitengestütztes Navigationssystem zur weltweiten Positionsbestimmung, das vom US-Verteidigungsministerium betrieben wird.
GPS basiert auf Satelliten, die ständig Signale ausstrahlen, aus deren Signallaufzeit GPS-Empfänger ihre Position bestimmen können. Theoretisch reichen dazu die Signale aus drei Satelliten, da daraus die genaue Position und Höhe bestimmt werden kann. In der Praxis haben aber die meisten GPS-Empfänger keine Uhr, die genau genug ist, um daraus die Laufzeiten korrekt berechnen zu können. Deshalb wird meist das Signal eines vierten Satelliten benötigt. Mit den GPS-Signalen lässt sich aber nicht nur die Position bestimmen, sondern auch die Geschwindigkeit des Positionswechsel bestimmen. Durch die relative Bewegung des Empfängers zu den Satelliten ergibt sich durch den Doppler-Effekt eine Verschiebung des Signals, und da die Geschwindigkeit der Satelliten bekannt ist, lässt sich die Geschwindigkeit des Empfängers berechnen.
Ein reiner GPS Empfänger sendet keine Informationen an den Satelliten zurück, dadurch ist es nicht möglich den Aufenthaltsort des Empfängers zu überwachen.

H

Handy
Die Bezeichnung Handy stammt aus der Unterscheidung der beiden militärisch genutzten Motorola-Produkte auf dem Gebiet der mobilen Funkgeräte. Das Rucksackfunkgerät wurde „Walkie-Talkie“ genannt, das Handsprechfunkgerät „Handie-Talkie“. Erstaunlicherweise hat sich eine Verschiebung des Wortes „Walkie-Talkie“ auf Handsprechfunkgeräte der CB-Funk-Klasse ergeben.

Das Wort „Handy“ als Bezeichnung für ein Mobiltelefon ist ein Scheinanglizismus, es wird im englischsprachigen Raum nicht als Bezeichnung für ein Mobiltelefon benutzt. Englischsprachige Begriffe für ein Mobiltelefon sind cell(ular) phone, mobile phone oder einfach nur portable oder mobile. „Handy“ bedeutet dagegen wörtlich übersetzt „handlich“ und hat sich vermutlich durch eine Plakatkampagne eines Geräteherstellers Mitte der 90er eingebürgert.

Die Bezeichnung „Mobiltelefon“ rührt daher, dass es ein bewegliches (griechisch für mobil) Telefon ist. Vor allem im amerikanischen Sprachraum wird es (wörtlich übersetzt) als „Zell-Telefon“ bezeichnet, weil man sich mit dem Telefon von einer Funkzelle in die nächste bewegt und so ein Übertragungssystem aus Funkzellen genutzt wird.

Von einigen — u.a. vom Verein Deutsche Sprache — wird die eingedeutschte Schreibweise Händi empfohlen. Sie hat sich allerdings bisher nicht durchsetzen können.

Handys sind in anderen Sprachen bekannt als:

  • cell phones oder cells in Kanada, Südafrika, Vereinigte Staaten von Amerika
  • cellphones, cells, oder mobile auf den Philippinen (Eine Modifikation des Wortes, celfone, wird von der breiten Masse für das SMS-Schreiben benutzt)
  • celulares (Singular celular) in Argentinien, Chile, Mexiko, Puerto Rico und anderen spanischsprechenden Ländern als das spanische Wort für Zelltelefon. Es wird auch im Portugiesische Sprache|Portugiesisch-sprechenden Brasilien benutzt
  • cep telefonu (Hosentaschen-Telefon) in der Türkei
  • dzhiesem (джиесем) (von GSM) in Bulgarien, bezieht sich nur auf GSM-Handys
  • Farsími (offiziell für jegliche mobile Kommunikationsmöglichkeiten), Gemsi (bedeutet junges Schaf, bezieht sich auf GSM), GSM-sími (für Telefone welche das GSM System benutzen), oder NMT-sími (für Telefone welche das Nordic Mobile Telephonesystem) in Island benutzen
  • fònaichean làimhe (bedeutet Handtelefon; Singular fòn làimhe) oder fònaichean phoca (bedeutet Taschentelefon; Singular fòn phoca) im Schottisch-Gälischen
  • guthán soghluaiste oder fón póca im Irisch-Gälischen
  • GSMs in Belgien.
  • hand phones oder handphones in vielen asiatischen Ländern, wie Südkorea
  • handyphone auf den Philippinen von Globe Telecom (benutzt von der Hauptmarke von Globe, Globe Handyphone)
  • Handys in Deutschland, Österreich und mit Einschränkung in der Schweiz (siehe unten: Natel)
  • telefon-hamráh oder hamráh (تلفن همراه, wörtlich Freundschaftstelefon) im Iran
  • jawwal (Mobiltelefon) in Saudi Arabien
  • Keitai (Tragbares, Kurzform für keitai denwa, Portables Telefon) in Japan; die semantische Entwicklung ist sehr nah an Worten wie Mobiltelefon
  • khelyawi (cellular) im Libanon
  • kinitó (κινητό), Kurzform für kinitó tiléfono (κινητό τηλέφωνο), was Handy in Griechenland und Zypern bedeutet
  • komórki (Singular komórka) oder Telefon komórkowy, bedeutet Zelle/Zelltelefon in Polen
  • mahmool (محمول) in Arabien
  • matkapuhelimet (wörtlich Reisetelefon, Singular matkapuhelin) oder kännykät (Singular kännykkä, sehr nahe an der Bedeutung des deutschen Handy) in Finnland; seit 1987 von Nokia als Handelsmarke eingetragen
  • Meu Teu (มือถือ) in Thailand
  • mobieltjes in den Niederlande
  • mobifon (мобифон), eine Vermischung der Wörter mobilen telefon (мобилен телефон) in Bulgarien, welches seit der Einführung von 1G-Handys benutzt wird. Als GSM-Handys weiter verbreitet wurden, fing man an sie dzhiesem zu nennen um sie von 1G-Handys zu distanzieren. Die verbliebenen 1G-Handys werden immer noch mobifon genannt, während GSM-Handys von den meisten Leuten als dzhiesem bezeichnet werden, auch wenn wenige Menschen diesen Begriff geringschätzen.
  • mobil in der Slowakei
  • mòbils in Andorra
  • mobiles in Australien, Indien, Irland, Neuseeland, Großbritannien
  • mobilní telefony (Singular mobilní telefon), oder einfach mobily (Mobiltelefon) in der Tschechischen Republik
  • mobilny telefon (Mobiltelefon), oder mobilnik als Abkürzung. Ältere Namen sind sotovy telefon (Zelltelefon) und trubka (Handgerät) in Russland
  • mobitel/мобител Abkürzung von mobilni telefon/мобилни телефон(Mobiltelefon) in Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Serbien-Montenegro
  • Mobiltelefon oder ein Mobil in Dänemark, Ungarn, Norwegen, Schweden (manchmal nalle in Schweden, was Teddybär bedeutet. Dies kam ursprünglich vom Ausdruck Yuppie-nalle, da sich bis in die späten 80er nur reiche Yuppies Handys leisten konnten. Diese trugen sie dann stolz prahlend wie einen (Yuppie-)Teddybär umher. Heutzutage benutzt man nalle um zu zeigen, dass die Leute ihre Handys immer bei sich tragen und Angst davor haben sie zu verlieren, wie ein Kind Angst hat seinen Teddybär zu verlieren.)
  • mobilus telefonas oder mobilus in Litauen
  • pelefon (wörtlich Wundertelefon), oder najad (Mobiltelefon) in Israel
  • móviles (móvil) bzw. teléfonos móviles in Spanisch und mòbils (mòbil) im Katalanischen in Spanien
  • Natel („Nationales Autotelefon“) in der Schweiz, wird jedoch von der Telefongesellschaft Swisscom allein für ihre Dienste als geschützte Marke beansprucht
  • Ponsel (telepon selular, Zelltelefon), oder HP (Abkürzung von Hand Phone, Handtelefon, aber gesprochen ha-pe, nicht wie das HP im Englischen) in Indonesien
  • poŝtelefonoj (Taschentelefone, gesprochen poschtelefonoj) in Esperanto
  • portable (wörtlich Tragbares) in Frankreich
  • sau kei (Handmaschine) in Hong Kong
  • shǒu jī 手机 (Handmaschine die gleiche Bezeichnung wie in Hong Kong) oder yí dòng dǐan hùa 移动电话 (Mobiltelefon) in China und Taiwan
  • Telefonino (bedeutet kleines Telefon), oder Cellulare (Kurzform für Telefono cellulare) in Italien
  • telefon selolari (Zelltelefon) im formal Hebräischen. Die meisten Israelis nennen es pelephone (פלאפון) nach dem Namen ihres ersten Mobilfunkproviders.
  • telefon mobil (Plural telefoane mobile), die Kurzform ist jedoch gebräuchlicher: mobil (Mobiltelefon) in Rumänien
  • telemóveis (Singular telemóvel) in Portugal
  • telefoonka gacanta (wörtlich „Handtelefon“) in Somalia
  • tumors im umgangssprachlichen englischen Sprachgebrauch

R

Roaming
Ist die Möglichkeit sich mit seinem Handy in ‚fremde‘ Netze im Ausland einzubuchen.Alle deutsche Netze haben sogenannte „Roamingpartner im Ausland“ – Bitte beachten Sie aber die Netzkonventionen.
Diese Netze sind Partnernetze, in denen Sie wie bisher in Deutschland einfach und automatisch unter Ihrer deutschen Mobilfunkrufnummer erreichbar sind.Sie können sich in der Regel nur in das Netz einbuchen, was Sie auch in Deutschland nutzen (D- und E-Netz).