Das Mobiltelefon

Große Die Mobilfunkhersteller sind z.B. BenQ (ehemals Siemens Mobile), Motorola, Nokia, Panasonic, Samsung, Sagem oder Sony Ericsson. Siemens hat den Bereich Mobilfunk verkauft, wobei die Marke Siemens noch verwendet werden darf.

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Ein Mobiltelefon, auch Funktelefon, GSM-Telefon, Funker oder Handy genannt, (schweizerdeutsch Natel) ist ein kleines, tragbares Funk-Telefon. Bis zum Beginn der 1990er Jahre wurde das Autotelefon ebenfalls als Mobiltelefon bezeichnet.

Satellitentelefone beruhen auf einer anderen technischen Basis, werden aber ebenfalls zu den Mobiltelefonen gezählt.

Die durchschnittliche Lebensdauer eines Mobiltelefons beträgt in Deutschland zwischen 18–24 Monate. In Europa werden jährlich ca. 100 Millionen Altgeräte entsorgt, was einer Menge von 20.000 Tonnen entspricht. Wollte man alle Funktelefone gleichzeitig transportieren, würde man 500 LKW benötigen.

Seit dem 24. März 2006 können in Deutschland Mobiltelefone wegen des Elektro- und Elektronikgerätegesetz vom Verbraucher kostenlos entsorgt werden.

Geschichte

Die Entwicklung des Mobilfunks begann eigentlich 1926 mit einem Telefondienst in Zügen der deutschen Reichsbahn und Reichspost auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin. Dieser Telefondienst wurde nur den Passagieren der 1. Klasse angeboten, doch schon 1918, rund fünf Jahre nach der Erfindung des Meißnerischen Röhrensenders, wurden von der Deutschen Reichsbahn Versuche mit Funktelefonen im Raum Berlin durchgeführt.

Die ersten Autotelefone, die deutschlandweit verwendbar waren, gab es seit 1958. Die Geräte waren wegen der für die Funktechnik verwendeten Vakuumröhren recht groß. Gespräche wurden handvermittelt, die Gerätepreise lagen bei ca. 50 % des Wagenpreises. Ab 1974 gab es in Österreich das B-Netz, das schon ohne Fräulein vom Amt vermittelt wurde. 7 Jahre später gab es erst 1.000 Anwender. Ab 1985 gab es in Deutschland und Österreich das kleinzellige analoge C-Netz. Es ermöglichte eine geringere Sendeleistung der Telefone und damit eine Verkleinerung der Geräte. Die sogenannten „Portables“, kleine Kistchen mit Tragegriff und einem angeschlossenen Telefonhörer sowie einer längeren Antenne, waren geboren.

1983 stellte Motorola das weltweit erste kommerzielle Mobiltelefon „Dynatac 8000x“ vor.

Durch die Einführung flächendeckender digitaler Mobilfunknetze D-Netz ab etwa 1990 in Deutschland wie in Österreich) konnte die benötigte Batterieleistung der Mobiltelefone und damit auch deren Gehäusegröße erneut vermindert werden. 1992 wurde das erste GSM-fähige Mobilgerät von Motorola, das International 3200, vorgestellt.

In Nordkorea wurde die Nutzung von Mobiltelefonen um 2004 verboten. Die Mobiltelefone wurden den Bürgern wieder abgenommen, wie die Nachrichtenagentur Yonhap meldete. Rund 20.000 Nordkoreaner hatten den Mobilfunkdienst seit dessen Einführung im November 2002 genutzt.

Die Entwicklung geht zunehmend in Richtung eines kombinierten Multifunktionsgerätes mit Funktionen als Telefon, Uhr, Kamera, MP3-Player, Navigationsgerät, Rechner und Spielkonsole. Für diese Geräte hat sich inzwischen die Bezeichnung Smartphone oder auch PDA-Phone durchgesetzt.

Ausrüstung

Kurzmitteilung

Eigentlich jedes Mobiltelefon kann heute auch Kurzmitteilungen versenden. Die erste short message wurde im Dezember 1992 von einem PC an ein Mobiltelefon im britischen Vodafone-Netz gesendet. Für die Kurzmitteilungen hat sich der Name SMS eingebürgert, obwohl das Kürzel SMS eigentlich nur den Trägerdienst bezeichnet (short message service).

Weiterentwicklungen des SMS existieren unter dem Namen Enhanced Message Service (EMS) und Multimedia Messaging Service (MMS). Der MMS bietet die Möglichkeit, mit einem Mobiltelefon multimediale Nachrichten (Videos, Bilder, Ton und Text) von bis zu mittlerweile 500KB an andere mobile Endgeräten zu versenden. MMS ist nicht kompatibel zu SMS oder EMS, Endgeräte müssen MMS explizit unterstützen.

Kamera

Das erste 7-Megapixel-Handy der Welt: Samsung SCH-V770

Seit 2002 werden immer mehr Mobiltelefone mit integrierter Kamera ausgestattet. Bei diesen Fotohandys befinden sich die Bildaufnahmegeräte meist auf der Rückseite des Mobiltelefons.

Die fotografische Qualität der ersten Kamerahandys ließ anfangs noch sehr zu wünschen übrig. Seit Mitte 2004 können jedoch einige Modelle schon mit einfachen Digitalkameras mithalten. In Deutschland war das Sharp GX 30 das erste Fotohandy mit einer 1-Megapixel-Kamera. Das Siemens S65 war erstmals mit einer 1,3-Megapixel-Kamera ausgestattet. Die integrierte Kamera konnte schon Bilder mit bis zu 1280 × 960 Bildpunkten aufnehmen. Vor allem bei hellerer Umgebung können ausreichend gute Bilder gemacht werden. Bei Dunkelheit zeigen die Bilder allerdings ein starkes Farbrauschen, da ein integrierter Blitz fehlt (nur als ansteckbares Zubehör erhältlich).

Seit neuestem können auch Videos aufgenommen werden, meist begrenzt auf bis zu 30 oder 60 Sekunden. Die Qualität von Fotohandy-Videos ist, verglichen mit Camcorderfilmen, i. d. R. stark unterdurchschnittlich.

Sharp TM200 mit 2-Megapixel-Kamera und MP3-Player

Die fotografierten Bilder werden im Mobiltelefon gespeichert und können als Multimedia-Nachrichten (MMS) versendet werden. Dabei fallen Gebühren an, die zur Zeit bei etwa 30 bis 100 Cent pro MMS liegen. Je nach Telefontyp können diese Bilder auch als E-Mail, über Infrarot oder mit Hilfe von Bluetooth versendet – oder aber über ein USB – bzw. herstellerspezifisches Kabel übertragen werden. Viele Telefone sind nicht auf einfache Bilder beschränkt.

Auf der CeBIT 2005 wurde mit dem Samsung SCH-V770 das erste 7-Megapixel-Handy der Welt vorgestellt. Es handelt sich bei dem Gerät eher um eine Digitalkamera mit Mobiltelefon, denn das SCH-V770 hat Weitwinkel- und Televorsatzlinsen, einen eingebauten optischen Dreifach-Zoom (7,8 mm bis 23,4 mm Brennweite) und Schärfeebene und die Verschlusszeit (von 15 s bis 1/2.000 s) können manuell eingestellt werden. Die sieben Millionen Pixel finden auf einem 1/1.8 CCD Platz. Die Vorderseite sieht aus wie ein Handy, während die Rückseite die meisten Digitalkamera-Funktionen beherbergt.

In Asien sind Mobiltelefone mit integrierter Kamera schon lange verbreitet. Im Jahr 2004 waren bereits 87 % aller verkauften Handys mit einer Kamera ausgerüstet. Handykameras machen es auch möglich, auf Produkten aufgedruckte QR Codes zu lesen, die in Japan als mobile Internetlinks z. B. für die Teilnahme an Gewinnspielen beliebt sind.

Zunehmend verbieten jedoch größere Firmen ihren Mitarbeitern, Mobiltelefone mit Kamerafunktion auf das Werksgelände zu bringen. Vor dem Hintergrund der immer besseren Auflösung der Handykameras stellt dies insbesondere im Bereich der Werkspionage ein Sicherheitsrisiko dar.

Musik- und Videoplayer

Sony Ericsson K750i mit 2-Megapixel-Kamera, MP3- und Video-Player

Seit Anfang 2004 sind Mobiltelefone auch mit integriertem MP3-Player und Radio im Handel erhältlich. U. a. besitzen das Motorola E398, das Sharp V902, das Sony Ericsson K700i oder das Siemens SX1 diese Funktion. Mit derartigen Smartphones können Musikdateien wie bei einem MP3-Player in den Gerätespeicher geladen werden. Mobiltelefone der neuesten Generation, die neben einer Megapixel-Kamera auch Multimediafunktionen wie Musikwiedergabe und Videoaufnahme und -wiedergabe bieten – wie z. B. das Sharp TM 200, das Sony Ericsson K750i und das Nokia 6230i –, bieten die Möglichkeit, ihre jeweilige Speicherkapazität mittels einer Speicherkarte erheblich zu erweitern – je nach Modell bis zu mehreren GB, wie z. B. das Nokia 6270.

Datenübertragung

Bei vielen Mobiltelefonen ist es möglich, Daten per seriellem oder USB-Kabel, via Infrarot, Bluetooth oder auch mit Hilfe einer Speicherkarte auf einen Computer und zurück zu übertragen. Dadurch ist es möglich, das eigene Telefonbuch zu synchronisieren, im Internet(via WAP oder Mobile HTML zu surfen oder Bilder und Klingeltöne auf das Mobiltelefon zu übertragen. Eine Übertragung von Java-Programmen (v. a. Spiele) wird von praktisch allen Herstellern erlaubt, wobei nicht jedes Java-Programm mit jedem Mobiltelefonmodell kompatibel ist.

Branding

Viele Netzbetreiber bieten über ihre Independent Service Provider – auch „Brands“, also Tochterunternehmen genannt – nur solche Mobiltelefone an, die mit einer von ihnen speziell angepassten Software ausgestattet sind (sog. „Branding“ oder „Customization“). Viele Änderungen werden speziell für den Netzbetreiber oder für den Service-Anbieter des Kunden vorgenommen, bevor dieser das Mobiltelefon erwirbt. Dadurch werden Funktionen des Telefons erweitert, entfernt oder verändert. So werden Kunden z. B. durch zusätzliche Menüeinträge im Browser („Favoriten“), im Extremfall sogar durch zusätzliche Tasten, automatisch zu den Portalseiten der Service-Anbieter oder der „Brands“ geführt, FAQ-Seiten hinterlegt, SIM-Lock eingerichtet, Rufnummerneinträge für Hotlines hinterlassen, der Netzbetreibername sowie der Hintergrund im Display geändert, etc.

Entstehung der Bezeichnung Handy

Zur gängigen Bezeichnung für die neu eingeführten GSM-Mobiltelefone bürgerte sich im Deutschen das Wort „Handy“ ein. Der Begriff wurde vermutlich aus dem Sprachgebrauch englischer und deutscher Funkamateure der 1980er Jahre entlehnt oder stammt eventuell sogar aus dem US-Militärjargon. Einer Theorie zufolge ist die Bezeichnung Handy auf den Produktnamen „Handie-Talkie“ der Firma Motorola für ein militärisch genutztes Handsprechfunkgerät aus den 1940er-Jahren zurückzuführen. Das damalige Rucksacksprechfunkgerät wurde übrigens „Walkie-Talkie“ genannt, was sich später als Gattungsbegriff für Handsprechfunkgeräte der CB-Funk-Klasse etablierte. Allgemeine Bekanntheit erreichte der Begriff Handy vermutlich erst durch die Plakatkampagne eines Geräteherstellers Mitte der 90er Jahre.

Von einigen – u. a. vom Verein Deutsche Sprache – wird die eingedeutschte Schreibweise Händi empfohlen. Sie hat sich allerdings bisher noch nicht durchsetzen können. Die Mehrzahl von Handy ist gemäß dem Duden Handys.

Da im englischsprachigen Raum das Wort „Handy“ ursprünglich nicht als Bezeichnung für ein Mobiltelefon verwendet wurde, sondern als Adjektiv „handlich“ übersetzt wird, wird es in der deutschen Sprache als Scheinanglizismus eingeordnet. Die traditionellen englischsprachigen Begriffe für Mobiltelefon lauten im amerikanischen cell(ular) phone, im britischen mobile phone oder kürzer nur portable oder mobile. In Slang-Wörterbüchern wird jedoch auch schon das Substantiv „Handy“ in der deutschen Bedeutung aufgeführt.

Bezeichnungen in anderen Sprachen/Ländern

Auch in anderen Sprachen haben sich teilweise sehr plastische Bezeichnungen für das Mobiltelefon eingebürgert. Zumeist richtet sich die Bezeichnung nach einer augenfälligen Eigenschaft des Gerätes.

Als sein wichtigstes Charakteristikum gilt die Portabilität: Der lateinische Wortstamm mobile findet sich – wie etwa in der deutschen Bezeichnung Mobiltelefon – auch im Englischen (mobile phone, mobile) wieder, desgleichen in sehr vielen anderen Sprachen. In den USA hört man oft den Begriff „cellphone“, cell bedeutet Funkzelle oder Batterie. Daneben haben sich die Bezeichnungen „Tragbares“ (portable im Französischen, Keitai im Japanischen) oder „Reisetelefon“ (matkapuhelin) im Finnischen herausgebildet.

In manchen Ländern richtet sich die Bezeichnung der Mobiltelefone nach deren Aufbewahrungsort: „Hosentaschen-Telefon“ (cep telefonu) im Türkischen, „Taschentelefon“ (fòn phoca bzw. fón póca) im Schottisch- bzw. im Irisch-Gälischen.

In wieder anderen Sprachen zielt die Bezeichnung darauf ab, dass Mobiltelefone zum Telefonieren in der Hand gehalten werden: „Handtelefon“ (fòn làimhe) im Irisch-Gälischen, hand phone in vielen asiatischen Ländern, sau kei bzw. shǒu jī 手机 (jeweils „Handmaschine“) in Hong Kong bzw. China.

Oft nimmt die Bezeichnung auch den „zellulären“ Charakter des Mobiltelefonierens auf; eine häufige Bezeichnung ist daher „Netz“- oder „Zelltelefon“ – so zum Beispiel das Englische cell phone (vor allem amerikanisches Englisch), khelyawi im Libanon, komórka in Polen oder Ponsel (telepon selular) in Indonesien. Im Italienischen ist neben der Bezeichnung (telefono) cellulare – die den amerikanischen Sprachgebrauch widerspiegelt – auch die Diminutivform telefonino, also: „Telefönchen“ gebräuchlich.

In anderen Ländern wiederum leitet sich die Bezeichnung vom GSM-Standard ab: Bulgaren bezeichnen Mobiltelefone neben Mobifon (мобифон) auch als dzhiesem (джиесем), Isländer als Gemsi (was auf Isländisch außerdem so viel bedeutet wie junges Schaf).

Darüber hinaus finden sich auch gänzlich andere Bezeichnungen: Im Iran werden Mobiltelefone als „Freundschaftstelefon“ (telefon-hamráh oder hamráh – تلفن همراه) bezeichnet, in Israel als „Wundertelefon“ (pelefon). Hierbei ist zu bemerken, dass pelefon auch ein Netzanbieter ist.

Auf schwedisch heißt Mobiltelefon mobiltelefon oder kurz mobil. Umgangssprachlich ist daneben nalle zu hören, was „Teddybär“ bedeutet. Dies kam ursprünglich vom Ausdruck Yuppie-nalle, da sich bis in die späten 80er Jahre nur reiche Yuppies Mobiltelefone leisten konnten; sie trugen sie dann stolz „wie einen Teddybär“ umher.

In der Schweiz hat sich der Ausdruck Natel (als Abkürzung für Nationales Autotelefon) eingebürgert. Der Ausdruck wird jedoch von der Telefongesellschaft Swisscom als geschützte Marke allein für ihre Dienste beansprucht.

Auf Platt wird ein Mobiltelefon gelegentlich auch Ackerschnacker dt. „Feldsprecher“) genannt.

In vielen arabischen Länder wie den Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi Arabien oder Palästina wird es Jawwalجوال bezeichnet, was „das, das durch die Gegend spaziert“ bedeutet.

Handytarife

Handytarife sind Gebühren pro telefonierter Gesprächszeit. Die einzelnen Anbieter („Provider“) unterscheiden sich häufig in ihren monatlichen Gebühren – vielfach sind die Handytarife für Gespräche in der Nebenzeit billiger als in der Hauptzeit.

Es gibt Angebote mit inbegriffenen Gesprächsminuten sowie unterschiedliche Gebühren für Gespräche in verschiedene Netze. Auch unterscheidet man die Taktung: seien es kundenfreundlicher Sekundentakt, 10-Sekunden-Takt oder der 60/1-Takt, bei dem der Mobilfunkkunde schon für eine angefangene Minute die volle Gesprächseinheit bezahlt.

Gesprächstarife für UMTS-Handys sind wegen ihrer höheren verfügbaren Bandbreite(mehr Teilnehmer pro Mobilfunkzelle möglich) in der Regel günstiger als für GSM-Handys. Einige UMTS-Anbieter bieten bereits monatliche Verträge mit unbegrenzter, kostenloser Gesprächszeit zwischen UMTS-Handys an.

Man unterscheidet dabei zwischen Verträgen mit monatlicher Abrechnung (Postpaid) und solchen mit Vorauszahlung (Prepaid).